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Music - CD/DVD "Live"
In seinen packenden, sofort eingängigen Songs siedeln vertrackte Rhythmen aus Ägypten und Marokko neben Salsa- und Samba-Anleihen, vermählen sich mit Grooves aus Guinea und Kamerun. Eingebettet in Popstrukturen ertönen die rituellen Zeremonien der Gnawa, jenen mystischen Sufi-Bruderschaften, die als schwarze Minderheit im Maghreb leben. Jazzrock geht eine bezwingende Liaison mit Rap und Raï ein, Balladen schwelgen in farbenprächtiger arabischer Liebespoesie und Parabeln. Seine Fans haben den ausdrücklichen Wunsch nach einem Livemitschnitt geäußert: Djamel ließ sich da nicht zweimal bitten und auf CD und DVD liegt nun eines seiner unbestrittenen Konzert-Highlights aus dem letzten Jahr vor. Von der ersten bis zur letzten Minute gibt sich das perfekt aufeinander abgestimmte Sextett um den Mann aus Algier funkensprühend und spielfreudig. Djamel beweist, dass er nicht nur die Gitarre vortrefflich zu handhaben weiss, er begeistert außerdem noch an dem Sahara-Bass Goumbri und zeigt sein Können als Percussionist an vornehmlich traditionellen Instrumenten wie der T’Bel und der Bendir. Doch nicht nur Djamel, auch alle anderen Bandmitglieder, die er persönlich ausgesucht und zu einer hervorragenden Einheit gebildet hat, zeigen sich als Multiinstrumentalisten, singen und tanzen in einer Intensität, dass oft der Eindruck entsteht, es würden 12 und nicht 6 Musiker auf der Bühne stehen. Nachdem das percussive Gnawa-Ritual "Lâafou" der Band als zeremonieller Einzug auf die Bühne gedient hat, beginnt das extrem abwechslungsreiche Konzert. Es geht querbeet durch ein überraschendes Programm, in dem sich viele Titel aus Djamels zweiten Album "Etoile Filante", aber auch eine ganze Reihe neuer Titel finden. "Mazal" versieht Laroussi mit einem halsbrecherischen, arabesk mäandrierenden E-Gitarren-Intro, bevor kabylische Elemente auf Salsa-Muster treffen. In "Aho" vereinigt sich die Gruppe zu einem knackigen, kraftgeladenen Trance-Percussionorchester nebst Chor, der sich zum Schluß in Gospel verwandelt. "Toumba", mit einem cleveren Mix aus Châabi, der Pop-Musik Algeriens und einem Gnawa-Intermezzo, begeistert durch das anziehende Finaltempo. Im Chart-Erfolg "Etoile Filante" steuert Momo Mazounis Saxophon raffinierte Einwürfe bei und im zweiten Teil des Stückes mutiert der Ohrwurm mit einer neu rhythmisierten Melodie zur ungewöhnlichen "extended version". Mit "Mani Man" leitet eine balladeske Einlage zum erdigen "Hasna" über. Über der swingenden Wüstenlaute Goumbri vereinigt sich die Band zu einem saharischen Chor, der von den Ahl-El-Lil-Beduinen inspiriert ist. Eine geradezu hardrockige Einlage kommt dann noch in "Maal Maa" auf den Hörer zu, bevor in einem turbulenten Medley schließlich Djamel und seine Musiker die Höhepunkte des Konzerts als Zugabe aufblitzen lassen. Wer das enthusiastische Publikum sieht, bereut, nicht dabei gewesen zu sein. Mit seiner Live-Band hat Djamel Laroussi die idealen Partner aufgestellt, um seinem Unikat aus maghrebinischen, jazzrockigen, funkigen, karibischen und saharischen Farben in der Bühnenfassung noch mehr Strahlkraft zu verleihen. » zurück |
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